Dr. Claudia Lücking-Michel

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

vor einem Jahr wurde ich in den Deutschen Bundestag gewählt. Vieles hat sich seitdem verändert. Heute kann ich sagen: Ich bin im Berliner Politikbetrieb angekommen. Mit der Arbeit in den Ausschüssen Bildung und Forschung sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bin ich ganz bei meinen Themen. Ja, man braucht einen langen Atem, viel Kraft und darf sich nicht zu schnell aus der Bahn werfen lassen. Aber die Gestaltungsmöglichkeiten als Abgeodnete sind auch enorm. So möchte ich an dieser Stelle vor allem ein herzliches Dankeschön für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen aussprechen!

 

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre!

 

Ihre
Dr. Claudia Lücking-Michel, MdB

1. Teil: Aus dem Parlament

Plenarrede zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Am Freitagmittag habe ich im Plenum über "Bildung für nachhaltige Entwicklung" gesprochen. Anlass war der mittlerweile vierte Bericht der Bundesregierung zu diesem Thema. Der Bericht benennt die Anstrengungen und Erfolge im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Diese Bildung zielt auf die Vermittlung von Kompetenzen ab, mit denen Menschen vorausschauend und interdisziplinär auf die Herausforderungen der globalisierten Welt reagieren können. Dies geschieht in Deutschland etwa im Rahmen von Schüler- und Jugendwettbewerben in den so genannten MINT-Fächern. In der von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) wurden in Deutschland rund 2.000 Projekte in Schulen, Kindergärten oder bei außerschulischen Trägern ausgezeichnet. Ich habe in meiner Rede darauf hingewiesen, dass wir die Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter fördern müssen. Aber: Wir sollten bei zukünftigen Aktivitäten in Deutschland die internationalen Bezüge stärken. Kein Internet, Facebook, Wikipedia ersetzt die direkte Begegnung. Programme wie ENSA für den Schüleraustausch, Exposure- und Dialogue-Programme oder der Senior-Expert-Service sind für mich deshalb so wichtig und sollten unbedingt ausgebaut werden. Meine Rede können Sie sich hier ansehen.  

Ebola-Epidemie beschäftigt auch die Bildungspolitiker

In der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung haben wir uns am Dienstag erneut mit dem Haushalt für 2015 beschäftigt. Außerdem wurde der Bericht „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von meinem Bundestagskollegen Xaver Jung vorgestellt. Besonders erfreulich ist der gestiegene Anteil an Frauen in den MINT-Fächern (plus zehn Prozent) sowie die positive Entwicklung in der frühkindlichen Bildung. Rund 91 Prozent der dreijährigen Kinder nehmen an dem breiten Betreuungsangebot teil. Darüber hinaus habe ich den Antrag der Regierungsfraktionen zum Thema Ebola-Epidemie vorgestellt. Hier musste die Arbeitsgruppe mitberaten. Mit dem Antrag fordert der Deutsche Bundestag die Bundesregierung u.a. dazu auf, den deutschen Beitrag an die WHO, „Ärzte ohne Grenzen“ und andere geeignete Organisationen im Falle einer Ausweitung der Epidemie im Rahmen vorhandener Haushaltsmittel erneut zu erhöhen. Außerdem sollte geprüft werden, ob in Einrichtungen des Bundes medizinisches Gerät wie beispielsweise Laboreinrichtungen, Atemschutzmasken, Quarantänestationen oder Sauerstoffgeräte vorhanden ist, das den betroffenen Ländern zur Verfügung gestellt werden kann. 

Erster Entwurf der Zukunftscharta liegt vor

Am Dienstag traf sich auch die Arbeitsgruppe für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dabei standen die Ziele der Zukunftscharta im Vordergrund des Treffens. Unter dem Motto „EINEWELT- Unsere Verantwortung“ wurde Anfang des Jahres die Charta vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit ins Leben gerufen. Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, von Kirchen und Stiftungen, Ländern und Kommunen haben ihr Wissen gebündelt, um in einem gemeinsamen Dialogprozess Antworten auf drängende Zukunftsfragen in der Entwicklungspolitik zu formulieren. Hierbei soll auch das Prinzip der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert einnehmen. Am 24. November werden die Ergebnisse dieses Prozesses von der Bundeskanzlerin und dem Bundeswirtschaftsminister vorgestellt. Den Entwurf der Zukunftscharta kann man bereits hier ansehen. Doch natürlich beschäftigten wir uns auch mit der Ausbreitung des Ebolavirus. So lud der Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Mittwoch Dr. Luis Gomes Sambo, Regionaldirektor der WHO for Africa, in den Bundestag ein. Unser Gast sprach dabei über die Maßnahmen der WHO zur Eindämmung der Pandemie (Foto unten).

Intensive Debatte über Suizidbeihilfe und Palliativversorgung

Am Mittwochabend haben wir Unions-Abgeordneten mit gleich zehn Experten über die Themen Suizidbeihilfe und Palliativversorgung gesprochen. Meine Kollegen und ich spüren in Gesprächen und Zuschriften immer wieder, wie stark diese Themen die Menschen in unserem Land bewegen. Kein Wunder: Geht es doch hierbei um Fragen, wie unsere Gesellschaft mit Alter, Krankheit und Tod umgeht. Daher war es gut, dass wir uns, bevor wir im Bundestag in den kommenden Monaten intensiv darüber diskutieren, Zeit genommen haben für diese fraktionsoffene Sitzung. Gerade angesichts der wieder aufflammenden Debatte um die aktive Sterbehilfe bin ich fest überzeugt, dass nicht nur die erwerbsmäßige, sondern jede Form organisierter Selbsttötungshilfe verboten werden muss. Auch viele meiner Kollegen sind dieser Auffassung. Auf der anderen Seite ist es jedoch ebenso wichtig, die Palliativmedizin zu stärken und die Angebote dazu auszubauen. Liebevolle Zuwendung und intensive Pflege ist gewiss nicht immer leicht, in meinen Augen aber die einzig richtige Lösung, schwerkranke Menschen würdig zu begleiten. Die Ausführungen von Thomas Sitte vom Kinderhospiz Sternenbrücke in Hamburg haben mich an diesem Abend erneut in meiner Auffassung gestärkt. 

Anerkennungsgesetz zeigt Wirkung

Am Freitag haben wir im Plenum über das am 1. April 2012 in Kraft getretene Anerkennungsgesetz diskutiert. Das Gesetz hat einen Rechtsanspruch auf die Überprüfung der Gleichwertigkeit eines ausländischen Berufsabschlusses mit einem deutschen Referenzberuf eingeführt. Die Erfahrungen mit dem Gesetz zeigen nun, dass mit diesem Rechtsanspruch ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet wurde. In den ersten neun Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes wurden 11.000 Anträge gestellt und 8.000 entschieden, davon 82 Prozent mit voller Anerkennung. Insbesondere der Gesundheitssektor hat durch Anerkennung von 5.000 Ärzten von den neuen Fachkräften profitieren können. 

2. Teil: Treffen und Termine abseits des Parlaments

THW: Starke Ehrenamtliche präsentieren sich

Unter dem Motto "MdB trifft THW" präsentierte sich das Technische Hilfswerk am Dienstagabend im Deutschen Bundestag. Gleichzeitig konnte ich mir im Foyer des Paul-Löbe-Hauses die historische Sammlung "Das THW im Spiegel der Zeit" ansehen. Auch Vertreter des THW in Bonn waren an diesem Abend dabei. Ich habe mich sehr über die Gespräche mit den Bonner Einsatzkräften gefreut. Wir haben uns über das unverzichtbare Engagement, die Einsatzstärke und professionelle Arbeitsweise des THW ausgetauscht. Das Bonner THW ist im Stadtgebiet seit jeher bei allen größeren Unglücksfällen zur Stelle, zum Beispiel beim Hochwasser, Verkehrsunglücken und Großbränden. Vielen Dank für diesen Einsatz! 

Referentin beim Berliner Clubabend

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) lädt seit 2011 regelmäßig gesellschaftspolitisch engagierte Frauen zu einem Berliner Clubabend ein. Die Treffen bieten eine gute Plattform, um sich in angenehmer Atmosphäre über aktuelle politische Themen auszutauschen. Am Donnerstagabend war ich als Gesprächspartnerin dabei. Ich habe dabei über das Verhältnis von Staat und Kirche gesprochen. Was mich freute, war die angeregte Diskussion, die sich an diesem Abend entwickelte. Fazit: Eine Gesprächsreihe, die sich lohnt!

Praktikumsbericht von Eva Theil

Vier Wochen lang absolvierte Eva Theil aus Bonn bei mir im Berliner Abgeordnetenbüro ein Praktikum. Hier schreibt Sie über ihre Erlebnisse im Politikbetrieb:

 

"Als Bonner Studentin hatte ich in den letzten vier Wochen die tolle Möglichkeit, mir selber ein Bild über die Demokratie und den Parlamentarismus in Deutschland aus nächster Nähe zu machen. Neben etlichen Veranstaltungen, die von der CDU/CSU-Fraktion für die Praktikanten geplant waren, durfte ich Frau Lücking-Michel zu vielen Terminen begleiten, darunter Sitzungen der Arbeitsgruppen Bildung und Forschung sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, eine Sitzung des Ausschusses für Bildung und Forschung, ein Besuchstermin von Mitgliedern der Knesset im Bundestag und viele mehr. Dabei habe ich festgestellt, dass die Arbeit einer Abgeordneten sehr interessant und vielfältig ist, aber auch ein hohes Maß an Disziplin und Engagement erfordert. In der Zeit im Bundestag hat man die Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern, interessante Menschen zu treffen und hautnah am politischen Geschehen teilzuhaben. Für diese Chance möchte ich mich bei Frau Lücking-Michel und dem gesamten Team herzlich bedanken!"

 

Den gesamten Praktikumsbericht können Sie hier lesen. 

Die Glaskuppel lockt jährlich drei Millionen Besucher an

Die große Glaskuppel ist zum Wahrzeichen des Bundestages geworden. Tagsüber glänzt sie, nachts leuchtet sie über der Stadt. Weil sie kein geschlossenes Gebilde, sondern am unteren und oberen Rand offen ist, wirkt die Kuppel wie ein leichtes und luftiges Rund, wie eine schwebende Raumhülle. Jedes Jahr zieht die Glaskuppel rund drei Millionen Besucher an, sie ist damit ein wahrer Publikumsmagnet. Denn die beiden an ihrer Innenseite sanft ansteigenden oder abfallenden Rampen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus man einen Blick über ganz Berlin hat. Vom Kuppelfuß aus kann man in den Plenarsaal hinuntersehen - ein weiterer Anziehungspunkt. Das trichterförmige Gebilde, das von der Kuppel in den Plenarsaal führt, lenkt mit seinen 360 Spiegeln Tageslicht in den Saal, so dass weniger Strom für künstliche Beleuchtung nötig ist. Umgekehrt transportiert der Trichter die Abluft aus dem Plenum über die Kuppelöffnung ins Freie. Und: Im Licht- und Ablufttrichter verborgen ist eine Wärmerückgewinnungsanlage, die die in der Abluft vorhandene Energie für die Beheizung des Gebäudes nutzt.

Nun geht es wieder zurück nach Bonn…

 

...aber das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung wird auch in meinem Wahlkreis in der nächsten Woche eine Rolle spielen. Denn am kommenden Montag und Dienstag findet die nationale Konferenz zum Abschluss der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" im World Conference Center Bonn statt. Die Konferenz wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO Kommission e.V. veranstaltet. Hier werde ich am Dienstag an einem Podiumsgespräch teilnehmen. Rund 450 Akteure werden hierzu erwartet. Außerdem habe ich die Schirmherrschaft über zwei Eltern-Workshops der Initiative "Klartext reden!" in der Region Bonn übernommen und unterstütze damit die Alkoholprävention in Familien. Am 1. und 2. Oktober 2014 findet jeweils ein "Klartext reden!"-Eltern-Workshop an der Ursulinenschule Hersel sowie am Collegium Josephinum statt. Und am 3. Oktober werde ich in Hannover beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit dabei sein. 

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