Praktikumsbericht von Stella Middelhauve (05.09 bis 30.09.16)

Zur Vorbereitung auf mein bevorstehendes Studium der Politikwissenschaften habe ich vier Wochen lang ein Praktikum in Bonn und Berlin absolviert. Mir war es dabei sehr wichtig, einen detaillierten Einblick sowohl in die Wahlkreispolitik wie auch in die Landespolitik zu erhalten, weshalb ich jeweils zwei Wochen in beiden Städten verbrachte.

Was mich am meisten überraschte, war zunächst die Vielfältigkeit der Aufgaben im Wahlkreisbüro und das Vertrauen der Mitarbeiter. Manch einer hat schon das eine oder andere Praktikum absolviert, wo der Praktikant als „Putzfee“ fungierte, im Wahlkreisbüro war jedoch das Gegenteil der Fall: Ich war vielmehr eine „Schreibfee“. Während meiner Zeit in Bonn wurde ich mit den unterschiedlichsten Schreibaufgaben betraut, die mich herausforderten und meinen Horizont erweiterten. Damit war ich sehr zufrieden!

Als besonders spannend empfand ich es, zu einer Debatte zur Thematik der Ganzkörperverschleierung zu recherchieren sowie diese zu verfassen, oder auch Glückwunschschreiben zu den unterschiedlichsten Anlässen zu erstellen. Als Bonnerin haben mich die Bürgeranfragen und deren Anliegen natürlich auch besonders interessiert. Frau Lücking-Michel durfte ich bei zahlreichen Terminen begleiten. Beispielsweise hatte ich die Möglichkeit, die Ausstellung der LVR-Klinik „Verrückte Zeiten“ zu besuchen, aber auch der Besuch der Förderschule „Rheinschule“ eröffnete für mich faszinierende neue Sichtweisen und Einblicke. Gerade bei der aktuellen Diskussion zur Inklusion war es sehr aufschlussreich, die Perspektive der Betroffenen zu erfahren.

Da ich in Berlin zwei Sitzungswochen erlebte, bot sich auch hier für mich die Möglichkeit, eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen zu besuchen und renommierte Persönlichkeiten kennenzulernen. Im Ausschuss für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit konnte ich etwa den Ausführungen von Vertretern des Deutschen Akademischen Austauschdienstes lauschen. Und den Austausch von Opposition und Koalition hautnah miterleben.

Besonders berührt hat mich der Besuch in der Flüchtlingsunterkunft im stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof. Im Mittelpunkt stand dort die Kampagne „Zirkus macht stark“, wo die Geflüchteten die Möglichkeit erhielten, ihre akrobatische Seite zu entdecken. Die immense Wichtigkeit solcher Angebote wird einem vor Ort besonders deutlich; Bewegung hilft den Betroffenen, die erlebten Traumata zu verarbeiten.

Aber auch der parlamentarische Abend von „kulturweit“, die zahlreichen Diskussionen, die Bandbreite aller Veranstaltungen haben mich nachhaltig beeindruckt und sicherlich gut auf mein Studium vorbereitet.

Schlussendlich möchte ich mich bei Frau Dr. Lücking-Michel und ihren Mitarbeitern bedanken, die mir einen facettenreichen und durchweg interessanten Einblick in die Wahlkreispolitik und Arbeit im Bundestag ermöglicht haben. Diese Art von Praktikum kann ich jedem nur ans Herz legen!

Middelhauve