Bericht von „Jugend und Parlament“-Teilnehmerin Madeleine Schneider aus Bonn

Vom 13. bis zum 16 Juni 2015 nahm ich auf Einladung von Frau Claudia Lücking-Michel an der Parlamentssimulation „Jugend und Parlament“ im Bundestag teil. Zusammen mit 315 anderen Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren konnte ich nicht nur in die Rolle einer Bundestagsabgeordneten schlüpfen, sondern auch den parlamentarischen Betrieb kennenlernen. Wir TeilnehmerInnen trafen uns in Fraktionssitzungen, in denen wir über Gesetzentwürfe diskutierten und abstimmten. Diskussionsthemen waren dabei unter anderem die Chancengleichheit bei Bewerbungen, Tierschutz in der Landwirtschaft und Einwanderungspolitik. Zudem wurde über den Beitritt eines fiktiven Staates zur Europäischen Union debattiert.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde eine fiktive Rolle und Fraktion (in Anlehnung an die wirklichen Fraktionen) zugelost. So wurde aus mir, Madeleine Schneider, 19 Jahre, die 45-jährige Elisabeth Schoenewald, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und wohnhaft in Baden-Baden. Ich versetzte mich in eine Wirtschaftspolitikerin hinein, die seit 2009 für die CVP (Äquivalent der CDU/CSU) im Bundestag ist.

Meine Erwartungen wurden weit übertroffen und ich kann die Veranstaltung allen politisch interessierten Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren weiterempfehlen. Selbst wenn es nur vier Tage waren, in denen ich in die Bundespolitik eintauchen konnte, habe ich viel erfahren und verstanden – auch, warum die Tätigkeit einer Abgeordneten ziemlich anstrengend sein kann. Im straffen Zeitplan beanspruchten Intensive Ausschusssitzungen und anschließende Gespräche bzw. Diskussionen mit Fraktionsmitgliedern mehr Zeit als vorgesehen, sodass wir bis tief in die Nacht Gespräche führten.

Das Highlight der viertägigen Veranstaltung war die Plenarsitzung am Dienstag, bei der ich als Schriftführerin meiner Fraktion im Präsidium neben der Vizepräsidentin des deut-schen Bundestages, Petra Pau, saß. Die von Bettina Schausten moderierte Podiumsdiskussion mit den Fraktionsvorsitzenden und das Schlusswort von Bundestagspräsident Norbert Lammert bildeten den krönenden Abschluss meiner Vier Tage als Bundestags-abgeordnete.

Ich bin Frau Claudia Lücking-Michel sehr dankbar für die Möglichkeit, einen so tiefen Einblick in die parlamentarische Arbeit einer Bundestagsabgeordneten zu erlangen. Die Erfahrungen, die ich dort sammeln durfte, werden mir noch lange in guter Erinnerung bleiben.