Praktikumsbericht von Eva Theil (1.9.2014 bis 26.9.2014)

„Öffentlichkeit ist das Prinzip der Demokratie!“

Besucht man die Glaskuppel des Reichstag in Berlin, wird man via Audio Guide herumgeführt und mit den wichtigsten Informationen rund um die Geschichte der Stadt Berlin sowie der Regierung und der Demokratie in Deutschland versorgt. Das obige Zitat entstammt diesem Audio Guide. Und nach meinem Praktikum im Bundestag kann ich diese Einschätzung nur bestätigten.

Als Studentin hatte ich vier Wochen lang die Möglichkeit, mir selbst ein Bild über die Demokratie und den Parlamentarismus in Deutschland – quasi aus nächster Nähe – zu machen. Gleich am ersten Tag meines Praktikums, dem 01. September 2014, eigentlich eine „Nicht-Sitzungswoche“, kamen alle Abgeordneten zur Regierungserklärung der Kanzlerin nach Berlin. Die Regierung hatte entschieden, neben humanitärer Hilfe auch Waffenlieferungen in den Irak bereitzustellen. Die Meinungen hierzu waren unter den Abgeordneten wie auch der Gesellschaft divergent. Jedoch musste eine Entscheidung getroffen werden. Nachdem die Bundesregierung wochenlang zu dem Thema debattiert hatte, war es nun an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Nach diesem spannenden Start in mein Praktikum ging es sogleich weiter, denn am ersten Tag startete auch das Praktikantenprogramm der CDU/CSU Fraktion. Zahlreiche interessante Veranstaltungen und Diskussionsrunden waren geplant. Im Rahmen des Praktikantenprogramms besuchte ich das Stasi-Museum, den Bundesrat und auch das ARD-Hauptstadtstudio. Es gab Gesprächsrunden mit vielen wichtigen Vertretern der Politik. Um nur einige wenige zu nennen, trafen wir Wolfgang Bosbach, den Vorsitzenden des Innenausschuss, und diskutierten mit ihm über die aktuelle politische Lage. Auch den Bundestagspräsidenten Prof. Dr. Norbert Lammert trafen wir zum fraktionsübergreifenden Gespräch.

Neben etlichen Veranstaltungen, die von der CDU/CSU Fraktion für die Praktikanten geplant waren, durfte ich Frau Lücking-Michel in den Sitzungswochen auf viele Termine begleiten. Ich war bei den Arbeitsgruppen Bildung und Forschung sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dabei, habe einen Besuchstermin mit Mitgliedern der Knesset im Bundestag erlebt und viele mehr.

Die Termine der Abgeordneten sind streng getaktet und das Arbeitspensum ist nicht zu unterschätzen. Ohne die engagierter Arbeit der Büromitarbeiter wäre dies wohl kaum zu bewältigen. Das Team hinter Frau Lücking-Michel ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit als Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Auch hier hatte ich als Praktikantin die Chance zu erleben, wie die Tätigkeiten verteilt sind und welche Aufgaben tagtäglich anstehen.

Schließlich habe ich festgestellt, dass die Arbeit einer Abgeordneten sehr interessant und vielfältig ist, aber auch ein hohes Maß an Disziplin und Engagement erfordert. In der Zeit im Bundestag hat man die Möglichkeit seinen Horizont zu erweitern, interessante Menschen zu treffen und hautnah am weltpolitischen Geschehen teilzuhaben. Für diese Chance möchte ich mich bei Frau Lücking-Michel und ihrem Team herzlich bedanken!

Entsprechend des Zitats vom Anfang kann ich nur empfehlen, den Bundestag als Besucher oder auch als Praktikant zu besuchen und sich selbst ein Bild davon zu machen, wie sich die Geschichte unseres Landes verändert hat und wie sie sich heute darstellt.