Praktikumsbericht von Philip Ackermann (28. April bis 30. Mai 2014)

„Insbesondere ein brisantes Thema hat während meines Praktikums den bildungspolitischen Alltag von Frau Lücking-Michel bestimmt: die zusätzlich im Koalitionsvertrag vorgesehenen neun Milliarden für Hochschulen, Schulen, Kitas und Krippen. Dass drei Milliarden für die Forschung verwendet werden sollten, war klar. Aber was passiert mit den restlichen sechs Milliarden?

Es wurde also richtig spannend in den letzten Wochen. Erbittert kämpfte Frau Lücking-Michel dafür, dass die Milliarden mit Zweckbindung an die Länder fließen, sodass das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es hin soll: in die Hochschulen. Ebenso in der Frage um das Kooperationsverbot. Es sollte fallen, damit der Bund endlich dauerhaft und außerhalb des befristeten Rahmens von Projekten Hochschulen finanzieren kann. Letztlich lag jedoch die Entscheidung bei den „Großen drei“ – Angela Merkel, Horst Seehofer und Sigmar Gabriel. Ziel war es also, über alle offen stehenden Kanäle Signale an die Spitze zu senden, um den Standpunkt der Bildungspolitiker im Vorfeld der Entscheidung der Regierung klarzumachen: Telefonate, Gespräche auf dem Gang, in der AG-Sitzung mit dem CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder, im Bildungsausschuss mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka…

Aber es hatte sich gelohnt. Der Bund übernimmt das Bafög komplett, entlastet damit die Länder um rund 1,17 Milliarden Euro pro Jahr und diese wiederum verpflichten sich das gesparte Geld in die Hochschulen zu investieren. Darüber hinaus soll in dieser Legislaturperiode das Kooperationsverbot fallen. Jetzt beginnt die eigentliche parlamentarische Arbeit, für die ich Frau Lücking-Michel viel Erfolg wünsche.

Darüber hinaus bin ich ihr überaus dankbar, dass ich in einer so politisch, spannenden Zeit ein Praktikum absolvieren und mitverfolgen konnte, wie es in der Praxis wirklich zugeht. Denn als Student der Politikwissenschaften kann man noch so viel über das politische System Deutschlands philosophieren, es in Seminaren kritisieren und Ideen entwickeln es zu reformieren. Hat man es in seiner Wirklichkeit nie erlebt, basiert alles nur auf dem Wissen aus Lehrbüchern – Gewaltenteilung, Gesetzgebung, Abstimmungen, Fraktionsdisziplin. Wie es tatsächlich abläuft, weiß man nicht. Doch nach so einem Schatz an Erfahrungen und Erlebnissen, Einblicken und Gesprächen, Sitzungen und Veranstaltungen, weiß ich, was die Theorie von der Praxis unterscheidet. Danke Frau Lücking-Michel!“

ackermann